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Besichtigung Erler-Zimmer

CDU-Vorstände erkunden Laufer-Knochenfabrik

Zur Besichtigung der Firma Erler & Zimmer in Lauf, liebevoll von den Laufern "Knochenfabrik" genannt, hatte der CDU- Ortsverband Lauf eingeladen und mehr als 40 Interessierte, darunter einige Familien mit Kindern, waren der Einladung gefolgt.

CDU bei Besichtigung der Laufer Knochenfabrik

CDU bei Besichtigung der Laufer Knochenfabrik

Die Firma, so Geschäftsführer Walter Probst bei seinen einführenden Worten, stellt Modelle für die Aus- und Weiterbildung wie menschliche Skelette, Wirbelsäulen, Gelenkmodelle, innere Organe, Injektions-Übungsmodelle, anatomische Lehrtafeln und vieles, vieles mehr her. Als einzige Firma weltweit werden bei Erler-Zimmer Röntgenphantome mit echten menschlichen Knochen gefertigt. Ein weiterer Herstellungsbereich sind Werbeartikel für die Pharmaindustrie, die beim Arzt im Regal zu finden sind.

Daneben werden unter Heranziehung von Fachleuten auch Sonderanfertigungen hergestellt. Ein neues Feld seien die Veterinärlehrtafeln für Tiermediziner. Auch viele Tiermodelle befinden sich im Programm, die Nachfrage wachse.

Hundeskelet

Hundeskelett

An die Begrüßung durch den Geschäftsführer Walter Probst und seine Ehefrau Ute Probst schloss sich ein Rundgang für die Besucher an, bei dem diese die Gelegenheit hatten, sowohl Verwaltungsräume, Lagerräume und schließlich die Produktionsräume zu besichtigen. Die Besucher erfuhren, dass mittlerweile 30 Arbeitnehmer beschäftigt würden, darunter sieben in der Verwaltung.

Zur Motivation der Mitarbeiter habe man beim Umbau der Büroräume und beim Neubau der Produktions- und Lagerhalle im Jahre 2000 darauf geachtet, dass jeder Mitarbeiter einen Arbeitsplatz zum Fenster innehat.

Ohne moderne Technik komme auch ein Unternehmen, wie die Firma Erler-Zimmer, die ihre Produkte weltweit vertreibt, nicht mehr aus. So werde mittlerweile über verschiedene Online-Plattformen auch der Verkauf über Internet getätigt. Lange Lieferzeiten könne sich das Unternehmen hierbei nicht leisten. Der Kunde sei heute Anspruchsvoll und erwarte bei einer Internetbestellung eine Lieferzeit von 1 - 2 Tagen, andernfalls erhalte die Firma eine schlechte Kundenbewertung.

Während des Rundgangs ging der Geschäftsführer auch auf die lange Firmengeschichte ein. So erfuhren die Besucher, dass das Unternehmen vor 60 Jahren von Herrn Erler gegründet und später zusammen mit dem Schwiegersohn, Herr Zimmer geführt wurde, daher der Firmenname Erler-Zimmer. Seit nunmehr 25 Jahren wird das Unternehmen von Walter und Ute Probst geführt. Im 228-seitigen Katalog befinden sich über 1.000 verschiedene Artikel die weltweit vertrieben werden.

Besonders interessant waren die Ausführungen von Herrn Probst, wie in den Anfangszeiten die Knochen für Skelette hergestellt wurden. Diese wurden aus einer Masse, mit der man üblicherweise Bierdeckel herstellte, gefertigt. Das breiartige Bierdeckelmaterial wurde in Gipsformen gedrückt und in großen Ofen getrocknet, so entstanden die ersten Knochenteile. Später wurde flüssiger Kunststoff in Formen gegossen und im Rotationsverfahren Kunststoffknochen hergestellt. Diese Verfahren hatten, so Probst, den Nachteil, dass sehr viel Ausschussware produziert wurde.

Skelette der Firma Erler-Zimmer

Skelette der Firma Erler-Zimmer

Seit 1990 werden die Knochenteile mit drei hochmodernen programmierbaren Kunststoff-Spritzgießmaschinen hergestellt. Wo früher 7 - 8 Personen tätig waren, reicht heute ein Mitarbeiter. Sämtliche Teile sind identisch, Ausschuss gibt es so gut wie keinen. Daneben verwende man ausschließlich umweltfreundliches, recycle fähiges Material, welches dem Produktionsbetrieb wieder zugeführt werde. Das Highlight der Besichtigung war sicherlich die abschließende Vorführung der Fertigung eines Knochens an einer Spritzgußmaschine, wo die Produktion eines Beckenknochens hautnah miterlebt werden konnte.

Jeder Teilnehmer hatte auch die Gelegenheit, an einem Erler- Zimmer-Übungs-Injektionsarm bei dem durch die Vene künstliches Blut floss, realitätsnah wie beim Arzt, eine Injektionsnadel in die Ellenbeuge einzustechen und so Blut zu entnehmen.

Nicht nur die Kinder sondern auch die Erwachsenen freuten sich einmal Arzt spielen zu können.

Bei einem Umtrunk, zu dem Familie Probst anschließend einlud, konnte Herr Probst noch viel Fragen rund um die Produktion und die Produktpalette beantworten.

Vorsitzender Christian Weiß bedankte sich im Namen aller Besucher bei den Eheleuten Probst für die kurzweilige und interessante Führung.

CDU-Vorstand Christian Weiß und Walter Probst

CDU-Vorstand Christian Weiß und Walter Probst

© CDU Ortsverband Lauf 2012